2020 – die Geschichte des kleinen Mannes in seinem Dorf bei Heidelberg

2020 – die Geschichte des kleinen Mannes in seinem Dorf bei Heidelberg

Auch ich möchte ein kleines Review für das Jahr 2020 schreiben. Allerdings in Form einer kleinen Geschichte. Sicherlich gibt es 1000 Jahresrückblicke, aber jeder Rückblick hat seine eigene Note und beinhaltet auch die unterschiedlichen Meinungen uns Ansichten der Autoren. Ich habe versucht mich an einige Dinge aus dem Jahr 2020 zu erinnern, allerdings waren es manchmal zu viele Details, daher musste ich in manchen Monaten auf Wikipedia zurückgreifen um meiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. Die Story hat absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Legen wir mal los:

Januar 2020 – irgendwo gibt es eine neue Grippeart

Am 01.01 ging es los, wie jedes Jahr und man befand sich noch im Food-Koma der vergangenen Feiertage. Vorsätze waren gemacht und man wollte frisch ins neue Jahr starten. In den Nachrichten hörte man immer wieder von einer neuen Grippeart die in einer Stadt namens Wuhan ausgebrochen sei und sich schnell verbreitete, in Australien loderten große Buschbrände die weite Teile des Landes zerstörten. Auch die -Nazis- Rechten waren wieder in den Schlagzeilen als Gauland die Immunität entzogen wurde und ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet wurde. Auch die britische Comedy mit dem Namen „Brexit“ ging in die nächste Staffel.

Soweit also nichts was den kleinen Mann in seinem Dorf bei Heidelberg betraf, das Leben ging weiter und man überlegte wie was man 2020 so alles reissen könnte.

Februar 2020 – ein neuer Mitbewohner

Nach dem Buschbränden in Australien kamen nun die Heuschrecken, in Pakistan wurde desewegen sogar der Notstand ausgerufen, Weltweit gibt es Anschläge bei denen mehrer Menschen getötet werden (Isreal, London, Hanau). Auch in Sachen Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten D. Trump geht es weiter, leider erfolglos und so muss man den Kasper noch mindestens ein weiteres Jahr ertragen, es sei bei den anstehenden Wahlen verliert er. Julian Asagne ist nach seiner Festnahme 2019 immer noch in Haft und sein Auslieferungsverfahren soll beginnen. In New York wird der -Kinderficker- Filmprozent Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen. In Nordkorea macht man aus Angst vor der neuartigen Grippe die Grenzen dicht. Diese Covid-19 Grippe hat einen tödlichen Verlauf. Auch erste vereinzelte Fälle aus Europa werden gemeldet. Die Schweiz erlässt eine erste Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen und sagt den Genfer Autosalon ab. Die Türkei öffnet seine Grenzen für Migranten aus Syrien nach Bulgarien und Griechenland.

Der kleine Mann in seinem Dorf bei Heidelberg ist zunächst nicht weiter beunruhigt, da er in der nächsten Zeit kein Reisen in die Schweiz geplant hatte. Lediglich die Sache mit den Migranten schaut er sich genauer an und überlegt sich wie er helfen kann und spendet eine kleine Summe um das Leid der geflüchteten etwas zu mildern – auch wenn es nicht viel ist, es kommt von Herzen. Gleichzeitig hat ca. 300 Euro in den Sand gesetzt – Durch die Absage des MWC 2020 und der nicht vorhanden Kulanz / Storno Möglichkeit durch AirBnB hat er nun ein Appartment in Barcelona, dass er nicht beziehen kann bzw. will. Die Internetanbindung des HomeOffice wird erhöht, denn immer mehr Video-Konferenzen, Streaming Services durch die Kinder zollen ihren Tribut. Ebenfalls wird das heimische W-Lan optimiert um auch im letzten Winkel der Wohnung guten Empfang zu haben. Webcam-Hersteller machen neben den Herstellern von Klopapier und Desinfektionsmitteln wohl den höchsten Umsatz in ihrer Firmengeschichte. Der kleine Mann reiste das letzte mal mit der Bahn zu einer Veranstaltung nach Berlin – ohne es zu wissen wird es seine letzte Bahnfahrt für eine sehr lange Zeit sein. Ein neuer Mitbewohner zieht bei ihm ein – Hanni, ein Hund aus dem Tierheim. Die beiden haben sich bereits im Dezember 2019 in einem Tierheim kennengelernt und ineinander verliebt. Er ist nun übrigens seit knapp 2 Monaten Nichtraucher, was ihn besonders stolz macht und möchte in den kommenden Woche wieder anfangen mehr Sport zu treiben.

März 2020 – Virologen treten auf den Plan

Im März tritt die Impflicht gegen Masern für Kinder in Kraft, -Trottel- Menschen mit eingeschränkter Wahrnehmungen laufen Sturm. Das Robert Koch-Institut erklärt aufgrund einer erhöhten Infektionszahl Südtirol zum Krisengebiet. Irland sagt die Feiern zum St. Patricks Day landesweit ab, Italien verbietet landesweit alle öffentlichen Veranstaltungen, Bayer untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Auch der Sport beginnt die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs zu spüren und reagiert, die DEL und Deutsche Volleyball Liga sagen die Playoffs ab und beendet die Saison frühzeitig ohne einen Meister zu ermitteln. Die WHO Stuft die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 als Pandemie ein. Deutschlandweit beginnen Schul- und Kita-Schließungen zum Schutz gegen Covid19. Spanien ruft den Ausnahmezustand aus, Frankreich wird komplett dicht gemacht und schließt alles bis auf Apotheken, Lebensmittelgeschäfte und Banken um die Ausbreitung zu verhindern. Deutschland macht die Grenzen nach Dänemark, Frankreich, Luxemburg der Schweiz und Österreich dicht. In Österreich und der Schweiz tritt ein Ausgangsverbot und eine Schließung eines großen Teils der Geschäfte in Kraft. Die EU verhängt ein 30-tägiges Einreiseverbot für Nicht-EU Bürger. Erste Ausgangsperren werden in Deutschland verhängt. TUI bekommt von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro um die Krise zu bewältigen. Die letzte Folge der Lindenstraße wird ausgestrahlt. Langsam aber sicher beginnt die Lage aus dem Ruder zu laufen. Die ersten -Covidioten- Gegener tauchen auf und lassen ihn (mal wieder) am Verstand der Menschheit zweifeln, da der Verlauf nachweislich in den häufigsten Fällen schwer verläuft und Menschen die sich mit dem Virus infiziert haben in vielen Fällen auf der Intensivstation landen und beatmet werden müssen. Namhafte Virologen beginnen eindringlich zu warnen.

Der kleine Mann in seinem Dorf bei Heidelberg beginnt seine Arbeit im Schichtbetrieb zu beginnen, damit er und seine Frau die Kinder abwechselnd bespaßen können, während diese zuhause bleiben müssen, da auch Spielplätze geschlossen wuden. Alle Arbeit wird aus dem HomeOffice erledigt, ein neuer Arbeitsplatz eingerichtet und die ersten Projekte gehen flöten, da Kunden sich aufgrund der unsicheren Zukunft Projekte noch einmal über Investitionen nachdenken. Auch steht die Verlängerung seines Mobilfunkvertrags an, nach langem grübeln Wechselt er nach 5 Jahren wieder ins Apple Lager. Scheiss auf Nichtraucher, an einem Montag morgen holt er sich wieder eine Schachtel Kippen und beginnt wieder zu rauchen, schnell ist er auf seinem alten Level angelangt. Die Nachricht über einen Todesfall in der Verwandschaft meiner Frau erreicht uns, offiziell ist die Ursache „Lungenentzündung“, ob es aber ev. doch mit oder an Corona war bleibt offen.
So langsam fängt die Krise auch bei Ihm anzukommen. Aber da es wahrscheinlich nur ein kurzer Zeitraum ist, macht er sich zunächst keine Sorgen. Lediglich die Versorgung mit Klopapier lässt ihn über Alternativen grübeln.

April 2020 – 2 Millionen mal nur ein Grippe

Galeria Karstatt Kaufhof macht dicht. Die Zahl der bekannten Covid-19 Fälle überschreitet mitte April die 2.000.000 Grenze. Die Forschung an einem Impfstoff gegen das Covid-19 Virus zeigt erste Erfolge und die ersten Forschungstests wurden genehmigt. In allen Bundesländern wird nun eine Maskenpflicht bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Läden eingeführt, nur Berlin macht mal wieder sein eigenes Ding. Die deutsche Regierung gibt eine weltweite Reiswarnung aus.

Klingt für den kleinen Mann in seinem Dorf bei Heidelberg erst einmal nicht sonderlich spektakulär, er hat sich in den letzten Wochen soweit eingeigelt und versucht seine noch vorhandenen Projekte mehr oder minder Remote zu erledigen, von den ursprünglich geplanten Projektstunden konnte er Ende April gerade einmal 50% leisten. Also hat er sich entschlossen einen seiner Kunden in Sachen Infrastruktur und IT-Support zu unterstützen um in den folgenden Monaten weiterhin genug Geld zu verdienen um seine Familie ernähren zu können. Von der Beantragung von Fördergeldern sieht er ab, da es zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist ob diese zurückgezahlt werden müssen und wie er das überhaupt schaffen soll, wenn er am Ende gar nichts mehr hat. Auch ein wenig Stolz ist dabei, er möchte keine Hilfe, er hat bis heute immer alles alleine geschafft. Aber der Zeitpunkt auf seine Gründerförderung zurückzugreifen die als eiserne Reserve gedacht war ist nun gekommen. Seine BahnCard 50 verlängert sich automatisch. Da Frisöre geschlossen sind, hat er sich mit einem Langhaarschneider die ganze Rübe auf 3mm geschnitten um mal wieder sowas wie eine „Frisur“ zu haben.

Mai 2020 – das „New Normal“

Nachdem man sich nun schon einige Zeit an Masken, Covid und das HomeOffice gewöhnt hat. Beginnt das „New Normal“ wie es immer wieder genannt wird. Menschen gehen auf die Straße um für ihr Recht an einem Virus zu sterben durchzusetzen und dabei viele andere in Gefahr zu bringen. Um dies zu untermauern lässt die Regierung auch wieder Fußballspiele der 1. Bundesliga nach einer Unterbrechung zu. Alles unter strengen Auflagen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sogenannte Geisterspiele sollten den Fans das liefern was sie wollten, Unterhaltung und dieses komische Fußball. In Minneapolis wird der Afroamerikaner George Floyd bei einer Routinekontrolle getötet, die Worte „I CAN`T BREATH“ gehen ebenso wie das Video des Einsatzes um die Welt und lösen einen Sturm der Entrüstung und Aufstände (vor allem in den USA) aus. George Floyd zeigt wie sehr der Rassenhass noch immer in der amerikanischen Gesellschaft verankert ist und wie dieser Alltagsrassimus vor allem durch die Polizei immer wieder ausgelebt wird. Elon Musk erreicht mit Space X einen neuen Meilenstein. Er schickt das erste mal eine bemannte Dragon X Kapsel ins All und landet diese auch wieder sicher auf der Erde. Dies ist der finale Test der Dragon X Kapsel bevor diese zur Internationalen Raumstation ISS geschickt werden soll.

Dem kleinen Mann bei Heidelberg geht mittlerweile der Arsch auf Grundeis, gerne würde er auch mit der Space X Kapsel diesen Planeten verlassen. Sein Umsatz ist mittlerweile um ca. 50% eingebrochen. Um über die Runden zu entschließt er sich einen Teil seiner Selbstständigkeit aufzugeben und frei nach dem Motto „Cover my ass“ sich bei einem seiner Kunden zu 50% anstellen zu lassen. Lange hatte er darüber gegrübelt und sah wirklich keine Alternative, die Unsicherheit war zu groß. Wiederwillig und mit schwerem Herzen nahm er den Vertrag an.

Juni 2020 – Der Sommer kommt, der Virus bleibt

Der Sommer begann sich in Deutschland breit zu machen, so auch der Corona-Virus. Büros waren weiterhin geschlossen und die Menschen arbeiteten im Home-Office. Niemand konnte absehen wie lange das ganze noch geht oder wie lange besonders betroffene Berufsgruppen wie Gastronomen, Kinos, Künstler sich noch über Wasser halten konnten, denn das stand einigen schon bis zum Hals. Aber Fußball, auch hier ist wieder fast alles beim Alten, der 1.FC München wird zum 8. mal in Folge Deutscher Meister. Da dann wohl alles wieder „normal“ scheint, hebt die Bundesregierung die allgemeine Reisewarnung auf mahnt aber die noch immer anhaltende Pandemie nicht auf die leicht Schulter zu nehmen. Einzelnen ist das natürlich auch wieder vollkommen egal, sie haben sich bereits vor einiger Zeit in verschiedenen Telegram-Gruppen zusammengefunden. Sprachführer sind hier irgendein veganer Lambo-Fahrer namens Attilla Hildmann, der irgendwie auch kocht und überteuerte Lebensmittel im Supermarkt vertickt und der Sänger Xavier Naidoo.

Der kleine Mann bei Heidelberg hat seine neue Halbtagsstelle angenommen um über die Runden zu kommen, zusätzlich hat er kleinere Jobs zum Ramsch-Preis angenommen um über die Runden zu kommen. Selbst bei diesen Jobs die um unteren 3-stelligen Bereich liegen verarschen ihn die Auftraggeber und zahlen nicht, fahren aber mit ihrem neuen Porsche am Büro vor und heulen ihm die Ohren voll – er ist halt einfach zu gutmütig und hilfsbereit und wird trotzdem noch verarscht. Als Konsequenz nimmt ab diesem Zeitpunkt keine kleinen Jobs mehr an. Das ganze beginnt ihn dann doch mehr zu beschäftigen als er zugeben möchte. Er beginnt zu grübeln und sich sorgen um die Zukunft zu machen. Auch bei seiner Frau läuft es aktuell im Job nicht optimal, ihr aktuelles Projekt wurde beendet und sie ist als Beraterin nun in Warteposition und kann jederzeit für ein neues Projekt deutschlandweit gebucht werden – Wie bei einem Bombeneinsatzkommado, das dort eingesetzt wird wo es gebraucht wird. Für ihn eine unbehagliche Situation.

Juli 2020 – Endlich weniger Steuern zahlen

Um den Konsum anzukurbeln und die gebeutelte Industrie zu unterstützen senkt die Bundesregierung vorübergehen die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 Prozent für zunächst 6 Monate. Ob es was bringt wird sich zeigen, die Zahlen sind zunächst Rückläufig, aber erste Gedanken über eine 2. Welle kommen auf. Immer mehr -Idioten- Menschen gehen auf die Straße um gegen die immer noch anhaltende Maskenpflicht zu demonstrieren. Man glaubt sich in einer trügerischen Sicherheit. In anderen Ländern Europas ist dabei immer noch die Kacke am dampfen und Lockdowns werden erlassen oder gar verlängert. Der -dumme- Deutsche will sich seinen anstehenden Urlaub aber nicht nehmen lassen und mault erstmal rum, dass er ja jetzt gar keinen Urlaub auf Malle machen könne, da „die da Oben“ es ihm ja verbieten. Dass das ganze zu ihrem Schutz passiert interessiert sie nicht. Sie sind zu sehr auf sich fokussiert und ihre „Freiheit“ – Rücksicht ist für die ein Fremdwort. Schwimmbäder werden wieder geöffnet und entsprechende Hygienekonzepte vorgelegt die zum Schutz dienen soll. Aber Erna Müller sieht sich wieder nur in ihren Rechten eingeschränkt, da sich nicht mal „eben so“ sich eine Portion ranzige Pommes im Freibad holen kann.

Der kleine Mann bei Heidelberg bekommt langsam einen Lagerkoller, Seit nun 6 Monaten hat er seine Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren und ihm fällt die Decke auf den Kopf. Der bereits im Januar geplante Urlaub in Norditalien ist auch gestrichen und Schwimmbäder hasste er schon vor der Pandemie nicht leiden. Pilze im bekommt er auch kostengünstiger in jedem Supermarkt. Seine Kids haben sich langsam an Masken und Abstände gewöhnt, seltsam ist für sie immer noch sich nicht mit ihren Freunden zu treffen. Aber ihre Eltern haben ja jetzt so viel Zeit für sie, da sie den größten Teil der Zeit zuhause sind und nur vor dem Computer sitzen, oder telefonieren. Ebenfalls hat der sich der kleine Mann nun endlich dazu durchgerungen sich ein neues Auto zu kaufen, da das alte zu große ist, ein Kleinwagen sollte es werden und dann wurde es ein Elektroauto, da nicht nur die Mehrwertsteuer gesenkt wurde, sondern auch die Umweltprämie auf 6000 Euro vom staatlicher Seite angehoben wurde. Das Budget hierfür wurde bereits über die letzten 4 Jahre beiseite geschafft und der Rest kommt durch den Verkauf des alten Autos und den letzten flüssigen Reserven. Eigentlich ein Wahnsinn, unterm Strich aber die richtige Entscheidung die sich über die kommenden Jahre auszahlen wird. An Urlaub wird auch weiterhin noch gedacht, er und seine Familie müssen einfach nur raus aus den eigenen 4 Wänden die sie die letzten 6 Monate ausgiebig nutzen.

August 2020 – Die Flucht in die Schweiz

Kaum war er da, war er auch schon wieder vorbei der Pandmie Sommer 2020. Das Leben hat versucht sich zu normalisieren, auch die Klopapierversorgung in den Supermärkten ist wieder auf einem normalen Level angekommen. Die Menschen in Deutschland versuchen ihr Leben unter Einschränkungen wieder in den Griff zu bekommen, so gut es eben geht. Immer mehr Menschen die sich nun selbst Querdenker nennen gehen auf die Straße und demonstrieren für ihr Recht -zu sterben- auf Maskenfreiheit. Corona ist allgegenwärtig, sei es beim Einkaufen, auf der Straße oder selbst in den eigenen 4 Wänden. Das Land wirkt ein wenig wie gelähmt auch wenn es einzelne Menschen gibt die weiterhin Vollgas fahren, denn der Virus ist immer noch eine harmlose Grippe und wird einfach nicht ernst genommen. Menschen kommen aus dem Urlaub zurück und werden direkt am nächstbesten Rastplatz auf Corona getestet, oder gleich nachdem sie aus dem Flieger ausgestiegen sind….aber so schlimm kann das alles ja gar nicht sein. Die Freiheit jedes Einzelnen scheint immer noch über dem Wohl der Allgemeinheit zu stehen und so benimmt sich ein gewisser Teil der Bevölkerung halt wie ein Elefant im Porzelanladen. Achtung hier komme ich und mein Ego und kein in einem Labor erzeugter Virus kann mich dabei stoppen. So langsam scheint auch den Experten die seit Monaten mit Engelszungen auf die Menschen eingeredet haben die Geduldsschnur zu reissen und der Ton wird stellenweise etwas schroffer. „Ich hatte besseres zu tun“ war da wohl noch eine der harmloseren Aussagen.

Der kleine Mann aus dem Dorf bei Heidelberg, hat es geschafft, er ist raus. Er ist trotz aller Bedenken in Urlaub gefahren – nicht an den Ballermann oder in irgendeine Großstadt – nein er musste abschalten, weg aus dem Trubel in die Natur. So hat es ihn und seine Famillie in die Schweiz gezogen, moderate Fallzahlen, viel Natur und viel Abstand zu anderen Menschen möglich. Lange hat er darüber gegrübelt ob es richtig ist und ob es nicht auch einen anderen Weg gibt, aber er musste raus. Nach all der Zeit mit Kindern im HomeOffice die durch Schließungen von Schulen und Kindergärten eigentlich die ganze Zeit da waren, hatte er die Wahl in eine Lethargie zu verfallen oder das (wie er einschätzte) geringe Risiko einzugehen und den Urlaub anzutreten. Also alle ins Auto packen und ab in die Schweiz. Dazu kam, dass es die letzte Ferienwoche war und Interlaken nicht so überlaufen war wie andere Orte in der Ferienzeit.

September 2020 – In den Schulen wird gelüftet

Die Schule beginnt wieder im sogenannten Regelbetrieb, bedeutet: Alles wie vorher nur Lüften wir jetzt und die Kinder tragen in den Pausen eine Maske. Fernunterricht? Da müssen wir mal schauen wie unsere Lehrer damit klarkommen und ob wir überhaupt Rechner haben die das können. Dieses Internet ist ja so ein Teufelszeug, hinter jedem Link soll uns das Geld aus der Tasche gezogen werden oder unsere Kinder sofort in eine Näherei in Asien verschifft werden, Vor allem wie sollen wir denn die 2 Tonnen Papier noch verwenden die wir in unserem Computerraum mit den wenig benutzen Rechnern aus dem Jahr 2002 lagern, und der ganze Toner. Nein, die Kinder müssen in die Schule, denn die Kinder stecken sich ja am wenigsten an und überhaupt das steht ja alles nicht zur Diskussion, wir lüften alle 20min für 5min. Frischluft hat noch niemandem geschadet. Mittlerweile durften auch die letzten Betriebe wie Massagesalon, Tattoo-Studios und Puffs wieder aufmachen, denn es hat sich ja alles so super entwickelt und die Zahlen sehen ganz toll aus. Der im Frühjahr noch allgegenwärtige Spruch „Flatten the curve“ war mittlerweile lerweile in Vergessenheit geraten, das Virus hatte ich sich wohl auch ein paar Tage Urlaub zum durchschnaufen gegönnt…und überhaupt es ist ja alles gar nicht so schlimm, andere haben es da wesentlich schlimmer, Schaut mal in die USA da sind die Zahlen viel höher und die Toten müssen in Kühlcontainern untergebracht werden, bis sie dann anonym in einem Massengrab verscharrt werden. Wir hier haben es hinter uns und ausserdem kommt ja auch bald der Impfstoff, dann spritzen wir das alles einfach weg.

Der kleine Mann ist in sein Dorf zurückgekehrt und wieder zurück in den täglichen Trott: Aufstehen – Kinder – Arbeit – Kinder – Ins Bett gehen und dazwischen immer wieder Hände waschen und desinfizieren, so wollen es die Regeln die er selbst seinen Kindern schon 1000x vorgebetet hat. Er kann es so langsam schon selbst nichtmehr hören und es geht im auf die Nerven, aber es muss sein. Eigentlich ist ehr ja eher der Typ „Rebell“ aber bei der Sache geht sogar ihm der Arsch auf Grundeis.
Es gab aber auch für ihn erfreuliche Nachrichten, so hat er nun sein e-Auto bekommen und seinen alten Verbrenner nach 4 Monaten für einen Spottpreis an einen Händler verkauft. Tja, einmal Mogeldiesel immer Mogeldiesel, auch wenn der Motor eigentlich so gut wie unverwüstlich ist und mit 100.000km gerade einmal eingefahren war. Der Händler sagte nachdem der Vertrag unterschrieben war, dass er das Auto so wie es ist auf einen Transporter lädt und nach Westeuropa exportiert, dort bekommt er locker noch einmal 20% mehr als das was er ihm gegeben hatte. Mit einer Träne im Auge verabschiedete sich der kleine Mann von seinem Diesel und war ab diesem Tag an keiner Tankstelle mehr. Highlight des Monats: einen Termin beim Frisör bekommen.

Oktober 2020 – Immer noch Pandemie

Überrachung! Immer noch in der Pandemie und so langsam hat man gar keinen Bock mehr, was das Virus aber nicht daran hindert weiter einfach da zu sein und auch weiterhin dazu führt, dass weiter Menschen an ihm sterben, ungeachtet der Herkunft, der Hautfarbe, Religion oder der Schuhgröße. Es ist ihm einfach egal und er macht weiter sein Ding. Da die Menschen in Deutschland nachlässiger geworden sind, wieder mehr reisen oder gar wieder zurück in ihre Jobs in Großraumbüros müssen trifft sich das ganz gut. Wenn man die Nachrichten verfolgt, kann man eigentlich schon von einer zweiten Welle sprechen die da auf uns zurollt. Die steigenden Fallzahlen zwingen die Regierung erneut dazu Beschränkungen die das öffentliche und private Leben einschränken, so dürfen sich maximal 5 Personen aus zwei Haushalten treffen. In der Vergangenheit hat dies wohl nicht so richtig geklappt oder einige Menschen können einfach nicht zählen oder kacken auf das Leben ihrer Mitmenschen, denn es ist ja immer noch „nur eine Grippe“. Vollkommen unverständlich wie man so im Ego-Modus sein kann. Aber es ist nicht alles schlecht in diesem Oktober, endlich öffnet der Flughafen BER der nach 14 Jahren Bauzeit mit zahlreichen Pannen nun endlich fertig ist, leider wird es noch ein Weilchen dauern bis die geplante Kapazität erreicht werden kann, denn reisen darf/kann man aktuell eh nicht. Auch ist es fraglich wie lange das überhaupt noch geht, denn große Reiseveranstalter wie TUI oder Fluggesellschaften wie die Lufthansa haben die Regierung im Milliarden angepumpt um über die Runden zu kommen. Die Bahn kommt trotz der geringeren Auslastung aktuell immer noch zu spät, das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern. Seit Februar gibt es nun keine Veranstaltungen oder Konzerte mehr und Künstler oder Firmen die in diesem Bereich tätig sind gehen langsam auf dem Zahnfleisch oder versuchen sich selbst neu zu erfinden. Manche mit Erfolg, andere findet man in irgendwelchen Dubiosen Werbetrailern, Spielshows oder nackt auf onlyFriends. Naja, man zeigt halt was man hat und was man kann. Das Internet ist in diesem Jahr für viele Fluch und Segen zu gleich. So kann es sein, dass du in einem Moment eine geile Kampagne mit Kaufland hast und ein paar Stunden später einfach der bekloppte Aluhut Wendler der wohl auf einem schlechten Trip war und seine Karriere (falls da jemals eine war) innerhalb weniger Stunden vaporisiert hat und sich selbst ins aus geschossen hat.

Dem kleinen Mann in seinem Dorf bei Heidelberg ist das alles so ziemlich egal, seinen Hass auf Menschen denen das alles komplett egal ist, ist in Resignation umgeschlagen. Sein Ziel ist es, diese Sache zusammen mit den Menschen für die er die Verantwortung trägt so gut wie möglich über die Bühne zu bringen. Auch wenn man am Abgrund steht gibt es immer noch die Möglichkeit einen Schritt zurück zu gehen und sich erneut über den nächsten Schritt Gedanken zu machen. Aufgeben ist keine Option und war nie eine. Er versucht sich ein wenig umzuorientieren und seine Prioritäten neu zu setzen – alles was zunächst kein Geld bringt zurückstellen, über eine Strategie nachdenken, neue Wege suchen. Er verfällt ins grübeln, neben dem ständigen auf der Hut sein und dem Bild nach aussen aufrecht zu erhalten frisst das fast seine Kraft.

November 2020 – Da kommt was

In Leipzig treffen sich über 20.000 Menschen die keinen Bock mehr auf den ganzen Corona-Bums haben und machen ihrem ärger Luft, natürlich mit ordentlich vielen Aerosolen und so aber ansonsten ist alles gut. In den USA geht es derweilen dem Präsidenten an den Kragen, kein Putsch oder Attentat, nein Neuwahlen. Nachdem er seine Corona Erkrankung wie kein anderer Präsident vor ihm in Rekordzeit überstanden hat, ging er gestärkt und voller Tatendrang in den Wahlkampf um seine zweite Amtszeit und verlor. Wie ein kleines trotziges Kind kam nur ein „Mimi – du doof, du kannst nicht zählen. Das glaube ich nicht! Die Gerichte werden das alles richtig stellen! Ich habe gewonnen“ und noch viel weitere hohle Phrasen und Floskeln die wir ja schon seit beginn seiner Amtszeit ertragen mussten. Geholfen hat es alles nicht und er muss im Januar 2021 endlich seinen Stuhl im Oval Office räumen. Eine willkommene Abwechslung zu all den Corona Meldungen die immer Teil der täglichen Nachrichten sind, nur wird diesmal nicht von einem Abklingen berichtet, ganz im Gegenteil eine Höchstwert jagt den anderen, die Zahlen aus dem Frühjahr sind schon lange wieder eingeholt diesmal allerdings ohne die Maßnahmen aus dem Frühjahr 2020 zu wiederholen – im Gegenteil man behauptet sogar im Frühjahr sei man „zu vorsichtig und zu vorschnell“ gewesen was die Maßnahmen anging. Liest sich ein wenig wie „es sind nicht genug Menschen gestorben um das alles zu rechtfertigen“ Aber irgendwann hat man doch ein Einsehen bzw. Wissenschaftler, Ärzte unf Forscher haben es wahrscheinlich oft genug heruntergebetet und man einigt sich auf eine weitere Verschärfung der Maßnahmen und einen erneuten „Lockdown“ der diesmal sogar noch weiter geht. In den Abendstunden zwischen 20:00 und 5:00 gibt es eine Ausgangsperre und die private Treffen werden noch weiter eingeschränkt, ausser an Weihnachten, da kann man den Rest der Verwandtschaft ruhig um die Ecke bringen, schließlich müssen die Milliarden die bereits als Hilfe verteilt wurden, über Erbschaftsteuer wieder reingeholt werden.

Der kleine Mann in dem Dorf bei Heidelberg, regiert nur noch und setzt alles daran seine Famillie und ihm nahstehende Personen vor Schaden zu schützen. Einkäufe nur noch 1x die Woche, vor die Tür geht es eigentlich nur noch mit dem Hund. Die Kinder fangen auch an sich seltsam zu verhalten. Es tritt eine Art „Anwesenheits-Abwesenheit“ ein, sie sind zwar da aber auch irgendwie nicht, neben der Schule/Kindergarten haben sie nur noch minimale Soziale Kontakte, ihre Großeltern haben sie seit mehr als 6 Monaten nicht mehr persönlich gesehen und umarmt wurden sie von ihnen schon fast 12 Monate nicht mehr. Gegenüber ihren Eltern sind sie immer öfter gereizt, trotzig und aufmüpfig. Es ist als ob sie anfangen die Lage zu sondieren, wie ein Raubtier das um seine Beute schleicht und den besten Moment abwartet loszuschlagen. Kinderseelen sind zebrechlich und passen sich wohl schnell neuen Begebenheiten an. Der kleine Mann kommt langsam wieder aus dem Tal in dem er sich befand und beginnt wieder zu handeln, er hat keine Lust mehr alles auf sich einprasseln zu lassen, er schmiedet einen Plan wie er in Zukunft besser mit verschiedenen Situationen umgehen kann, Dinge die ihm nahe gehen von sich anperlen zu lassen. Zeit für sich zu finden, Zeit die er braucht, Zeit die er sich nehmen. Da kommt die kürzlich erschienene XBox gerade recht um ein paar Stunden die Woche auf andere Gedanken zu kommen. Weg von dem Drang Dinge erledigen zu müssen, weg von dem Mist der ihn umgibt, ein paar Stunden die Woch ein eine andere Welt eintauchen. Er will sich dafür sogar Zeit einplanen, seine „Ich-Zeit“ wie er es nennt. Zeit die er allerdings anderen Menschen die ihm nahe stehen wegnehmen muss, wenn sie ihn aber noch ein Weilchen behalten wollen, müssen sie dies akzeptieren.

Dezember 2020 – Es darf geimpft werden

Die neuen verschärften Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie treten in Kraft. Das öffentliche Leben wird weiter eingeschränkt, lediglich zu Weihnachten soll das ganze ein wenig gelockert werden, damit man Großeltern besser anstecken kann und „Last Christmas“ in diesem Jahr auch inhaltlich endlich mal einen Sinn ergibt. Durch Deutschland geht ein Aufschrei der Empörung, da man sich in diesem Jahr an Silvester keine Körperteile wegsprengen kann. China geht da einen anderen Weg und sucht Auswege, sie schicken eine Sonde zum Mond um schon einmal die Lage zu sondieren und sich schon einmal die besten Plätze zu sichern. Donald Trump gibt klein bei und akzeptiert seine Niederlage zwischen zwei Runden Golf. Als ob das alles nicht genug ist, legt der Covid Virus noch einmal nach und entscheidet sich dazu zu mutieren. Zunächst wurde die Mutation bei Nerzen in den Niederlanden nachgewiesen, bevor es dann in Großbritannien beim Menschen nachgewiesen wurde. Helle Aufregung, die umliegenden Länder schließen ihre Grenzen, Flugverkehr von und nach England wird eingestellt auch der Warentransport ist betroffen und tausende von LKW stehen in Dover kurz vor dem Eurotunnel und dürfen nicht weiterfahren. Weihnachten steht vor der Tür und Deutschland meldet täglich neue Rekordzahlen. Die Pandemie ist komplett ausser Kontrolle geraten. Schulen und Kindergärten wurden früher in die Ferien geschickt, ob sie den normalen Betrieb nach den Weihnachtsferien wieder aufnehmen können, ist fraglich. Auf der Haben-Seite muss aber auch vermerkt werden, dass endlich ein Impfstoff zugelassen wurde. Die Impfungen sollen in Deutschland kurz nach Weihnachten beginnen, die Bevölkerung wurde in verschiedene Gruppen unterteilt um die Personen die am gefährdetsten sind zuerst zu schützen. Gründlich wie der Deutsche ist, will er natürlich zuerst einmal wissen, ob das Medikament BIO und frei von Konservierungsstoffen ist, heisse Diskussionen brechen beim Weihnachtsessen aus, während die 10 Euro Weihnachtsganz vom Discounter verputzt wird, zusammen mit Oma und Opa.

Der kleine Mann in seinem Dorf bei Heidelberg ist eigentlich gar nicht mehr so klein, in den letzten 12 Monaten hat er 10kg zugenommen und ist ansonsten auch nicht mehr so zuversichtlich wie noch zu beginn des Jahres. Weihnachten wurde wirklich nur im kleinsten Kreis, ohne Verwandtschaft gefeiert die man in diesem Jahr eh nicht sooft gesehen hat, weil man Rücksicht nimmt. Ansonsten setzt er sich an sein iPad und beginnt das Jahr 2020 noch einmal zu durchdenken. Wo hätte er etwas besser machen können, wo hat er Fehler gemacht und wie kann er das in den kommenden Monaten besser machen? Es sind viele Fragen die er sich stellt, aber eine lässt ihm keine Ruhe: Wie dumm können Menschen eigentlich sein und hat die Menschheit es vielleicht nicht doch verdient auszusterben. Waren die Dinosaurier ev. auch auf so einem Ego-Trip und haben sich einen Dreck auf ihre Mitdinos gegeben? Das werden wir wohl nie erfahen, denn die Dinos haben die Scheiße seit Millionen Jahren hinter sich, die Menschheit muss wohl erst noch lernen. Auch musste diesen Monat wieder der Langhaarschneider herhalten, diesmal allerdings etwas gewagter.

Fazit – ein Jahr wie 2020, kann man schonmal machen

Wie sich einige beim lesen sicherlich schon gedacht haben, handelt es sich bei dem kleinen Mann aus seinem Dorf bei Heidelberg um mich selbst, allerdings ist klein ein wenig untertrieben. Seit beginn der des Jahres habe ich bis jetzt stattliche 11kg zugenommen. Nicht weiter Schlimm, wenn das der Preis ist dieses Jahr zu überleben. Zudem könnte ich durchaus dank des hohen BMI nun wesentlich früher zu einer Impfung kommen als irgendein Normalgewichtiger, allerdings sehe ich fett sein nicht wirklich als Grund an mich so früh wie möglich impfen zu lassen. Ich habe es jetzt so lange ohne das Mittelchen ausgehalten und mich an die verschiedenen Regeln gehalten, da machen es die 1-2 Monate mehr oder weniger auch nicht mehr aus. Das das alles nicht mit einer einzelnen Spritze von jetzt auf gleich weg ist, darüber sind wir uns alle hoffentlich alle einig. Selbst mit der nun vorhandenen Impfung wird es sicherlich noch Monate dauern bis wir wieder ein „normales“ Leben führen werden. Wobei ich der Meinung bin „normal“ wird es nie wieder richtig werden, dazu ist wirklich zu viel passiert.
Egal wie lange das noch andauern wird, eines sollte uns allen schon jetzt klar sein: 2020 war ein eher durchwachsenes Jahr. Aufstehen und Krone richten ist da nicht wirklich. Ich habe unter anderem einen Traum für den ich vor 4 Jahren hart gekämpft habe zunächst aufgegeben, aber auch das ist ein Zustand den man wieder ändern kann. Ich bin zwar aktuell mit meiner 50% Stelle zufrieden, was allerdings auch daran liegt, dass ich die Arbeit remote erledigen kann. Wenn ich dann wieder einmal in den üblichen Office-Trott muss, kann sich dieses Zufrieden schnell wieder ins Gegenteil umschlagen. Ich brauche einen gewissen Anteil an Freiheit in meiner Arbeit um mich einfach ausleben zu können. Mal aufstehen und den Kopf bei einem lauten Lied durchpusten, oder spontan zum nachdenken ne Stunde mit dem Hund in den Wald. Das habe ich mit der Festanstellung aufgegeben, zunächst zum Wohl meines Umfelds.
Auch meine Arbeitsweise in diesem Jahr hat sich etwas geändert, so ackere ich nicht mehr 8h am Stück durch, was mit 3 Kindern die zuhause sind gar nicht. Meine Arbeit zieht sich aktuell über einen Zeitraum von 12-13h in der ich meine 8h arbeite. Ob das auch weiterhin gut oder schlecht ist, wird sich zeigen. Nachgedacht habe ich im vergangenen Jahr auch sehr viel, was mich wohl am meisten beschäftigt hat, war die Angst vor dem Tod. Ja, ich nehm das nicht einfach auf die leichte Schulter, dass kann ich irgendwie nicht. Zudem habe ich zum Tod ein sehr seltsames Verhältnis, betrete z.B. keinen Friedhof – wenn es dann mal sein muss, soll man mich gefälligst tragen.
Ich habe im Jahr 2020 sicherlich auch einige Menschen enttäuscht, das liegt aber zum Teil an meiner Art wie ich mit manchen Dingen umgehe, wenn mich etwas beschäftigt wurde ich schon immer still und habe mich zurückgezogen, im Jahr 2020 war ich dauerhaft mit irgendwas beschäftigt. Es war kein einfaches Jahr das ist klar. Ich habe fast alles ausgereizt, was möglich war und auch auf viele Dinge zu Gunsten meiner Kids verzichtet.

Jetzt sitze ich hier und schreibe bereits seit 3 Tagen an diesem Text, weil diese schreiben für mich schon immer eine gute Möglichkeit Dinge zu reflektieren, mit Menschen offen über Dinge die mich bewegen war noch nie wirklich meins und dies ist für mich irgendwie ein Weg zu kommunizieren.  Ich geben zwar nach aussen manchmal den coolen lustigen Typen aber das ist nur Fassade, denn wer ist schon gerne angreifbar und im Netz wird jeder wunde Punkt schnell gegen dich verwendet.
2020 war ein scheiß Jahr in dem ich viel über mich gelernt und nachgedacht habe, ob das alles was für 2021 ändert? Mal schauen, ich habe mir zwar ein paar Gedanken gemacht was ich in 2021 gerne ändern würde, aber das hatte ich auch für 2020 und dann kam ja alles anders. Von daher möchte ich diesen Teil der Geschichte einmal offen lassen um nicht zu eingeschränkt zu sein für das was uns alle da in 2021 erwartet.

Mir ist klar, dass das was ich hier in mehreren tausend Worten zusammengeschrieben habe nicht für jeden gilt, es kann da draussen durchaus Menschen geben für die 2020 ein geiles Jahr war oder sich einfach nichts geändert hat, mag sein aber das werden so die Ausnahmen sein, nehme ich an. 2020 hat uns allen einiges abverlangt dem einen mehr dem anderen weniger, also verschwendet eure restliche Kraft nicht damit andere Menschen anzufeinden oder euch mit ihnen zu streiten. Nutzt die Kraft doch einfach um ihnen zu helfen, denn gemeinsam schaffen wir das alles besser, auch wenn es aktuell aus der Distanz sein muss. Irgendwann wird der Tag kommen an dem wir uns alle mal wieder sehen und zusammen was trinken und quatschen. Ich freue mich auf diesen Tag, wann auch immer dieser sein mag.

 

40 Stunden mit den 3 Apokalyptischen Reitern in Corona-Quarantäne

40 Stunden mit den 3 Apokalyptischen Reitern in Corona-Quarantäne

Aktuell bleibt uns auch nichts erspart, neben Stress, den ich mit einem wirklich unfähigen Dienstleister habe, kommen noch die anhaltenden logistischen Herausforderung in Sachen Corona auf meine Frau und mich zu. Einige von euch wissen ja, dass ich 3 Kinder habe die alle mehr oder weniger noch nicht so selbstständig sind, dass man sie „einfach machen“ lassen kann. Sie haben sich in den letzten Monaten zwar an die Corona-Regeln (Hände wachen, Abstand halten, Maske tragen, etc.) gewöhnt aber im Spiel kann es schonmal vorkommen, dass man z.B. das mit dem Abstand vergisst. Vor allem bei K3 ist das ein Problem, aber das ist ein anderes Thema und soll auch nicht der Inhalt dieses Beitrages werden.

Sonntag 20.12, 17:30 Uhr: Eine E-Mail von der Schule

Es geht um einen Vorfall der sich letzten Sonntag ereignet hat und neue logistische Meisterleistungen von meiner Frau und mir verlangte. Gegen 17:30 bekamen wir am Sonntag, 20.12.2020 eine E-Mail von der Schule, in der wir darauf hingewiesen wurde, dass es in der Religionsklasse von K1 einen bestätigten Coronafall gäbe und K1 nun offiziell als „Cluster-Kontakt“ ersten Grades unter Quarantäne steht. Kurz darauf kam eine weitere E-Mail vom Landratsamt Rhein-Neckar, dass uns nochmals auf die Quarantäne hinwies und uns über die folgenden Schritte informierte. JACKPOPT!

Für mich war es schon immer nur eine Frage der Zeit bis das erste Kind unter Quarantäne gestellt wird, was mich aber sehr verwunderte und auch gleichzeitig ärgerte, war der Aspekt, dass der letzte Kontakt am 15.12 stattfand – also am letzten Schultag vor der Schulschließung. In dem Schreiben von Landratsamt wurden wir aufgefordert 3x täglich die Temperatur von K1 zu messen und etwaige Symptome zu melden. Das ganze funktioniert hier wirklich schon über das Internet – man bekommt einen Link zu einem Formular wo man die Daten bequem übermitteln kann. Des Weiteren wurden wir aufgefordert das betroffene Kind so gut es geht von anderen Mitbewohner zu isolieren. Was bei meinen drei Rackern eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ebenso wurden wir darüber unterrichtet, das Geschwister und wir als Eltern nicht unter Quarantäne standen und uns weiterhin frei bewegen könnten (ja, is so, auch wenn es unlogisch klingt.)

Die Quarantäne galt zunächst für 10 Tage nach dem letzten Kontakt zum Infizierten, sprich bis zum 25.12.2020, wenn sich keine Symptome einstellen oder K1 wirklich erkrankt sei. Um eine Erkrankung auszuschließen, solle man seinen Kinderarzt kontaktieren, der dann einen Test durchführen solle, falls dies nicht möglich sei, solle man sich wieder beim Landratsamt melden um zu sehen wie man in der Sache weiterkommt. Mehr Informationen hatten wir am Sonntag also nicht. Lediglich ein „könnte“, „müsste“ und „Wegsperren“. K1 fand das natürlich wie so vieles „doof“ und die anderen beiden haben es zunächst auch nicht verstanden. Also erstmal Gebetsmühlenartig auf die Zwerge einreden und immer auf der Hut sein. (Spoiler: es war vergeblich). Jetzt standen wir also da, K1 weggesperrt, und der Rest der Familie könnte so weitermachen wie bisher. Für uns eigentlich ein No-Go. Der Plan war schnell gefasst: Alle begeben sich in Quarantäne und wir versuchen K1 so schnell wie möglich testen zu lassen. Nach all der Aufregung ging es erstmal ins Bett, da es bereits 0:30 war bis mein Frauchen und ich alle Varianten durchgesprochen hatten.

Montag 21.12, 8:00 Uhr: Was machen wir nur?

Montag ging es dann los, ab 8:00 haben wir zuerst versucht den Kinderarzt zu erreichen (was bei unserem Kinderarzt einer Lotterie gleicht). Als sich in diese Richtung bis 9:00 nichts bewegt hatte, haben wir zuerst versucht den Hausarzt meiner Frau zu kontaktieren, bei dem sie eh an diesem Tag einen Termin gehabt hätte. Dieser war froh über die Nachricht und bat meine Frau ihren Termin nicht wahrzunehmen, gab uns aber den Tipp eine „Schwerpunktpraxis“ im gleichen Ort anzurufen. Als meine Frau den Namen hörte, fiel ihr ein, dass eine Mutter aus dem Kindergarten dort ja Ärztin ist und rief in der Praxis an. Wir schilderten unsere Lage und bekamen einen Termin noch am selben Tag für einen Antigen-Schnelltest. Diese Art von Test wird anerkannt um die Quarantäne aufzuheben, auch die „Inkubationszeit“ von 5 Tagen wurde eingehalten und somit war der Weg frei den Plan frühzeitig K1 aus der Quarantäne zu holen frei – Allerdings hatten wir da die Rechnung nicht mit K1 gemacht, die einfach anfing zu Bocken, weil sie „nicht noch einen Corona-Test“ machen wollte, sie hatte schon sechs, aber das ist eine andere Geschichte. Also haben wir mit Engelszungen auf sie eingeredet aber sie blieb hart. Nach ein wenig Grübelei haben wir die Ärztin selbst kontaktiert und sie gefragt, ob sie nicht einmal mit K1 reden könnte, was dann auch klappte und uns zusätzlich 2 Tüten Chips als Bestechungsgeld kostet.

Montag 21.12, 13:30 Uhr: Es wird getestet

Der Termin war fix und meine Frau packte den vermeintlichen Seuchenvogel ins Auto und fuhr in den Nachbarort um den Test machen zu lassen. Schon nach kurzer Zeit zeigte der Schnelltest an, dass er negativ sei, jedoch muss 30min gewartet werden, um das Schreiben offiziell zu machen, da die Praxis nicht mehr so lange aufhatte, musste erstmal nur mit der Aussage abgezogen werden. Puhhh…wenigstens was Positives bzw. negatives. Nun mussten wir nur noch an das Attest kommen, um die Quarantäne aufzuheben.

Montag 21.12, 16:30 Uhr: Entwarnung

Gegen 16:30 bekam meine Frau dann eine WhatsApp mit einem Foto des Attestes, das wir ebenfalls wieder per Mail an das Landratsamt schickten, denn ein negatives Attest bedeutet nicht sofort, dass auch die Quarantäne aufgehoben ist. Diese muss wieder über ein offizielles Schreiben des Landratsamtes aufgehoben werden. Puhhh…also erneut warten. Ich habe mich schon auf 2-3 Tage Wartezeit eingestellt, um überhaupt etwas zu hören, ein weiterer Abend ging ins Land in der wir noch unsere wenigen Kontakte der letzten 2 Wochen informierten, dass wir Entwarnung geben könnten und sie sich keinen Kopf mehr zu machen brauchten. Gegen 22:30 ging es dann auf die Couch und anschließend ins Bett.

Dienstag 22.12, 7:30 Uhr: Warten…immer noch in Quarantäne

Der nächste Tag begann eigentlich ganz normal – K1 erklären, dass sie nicht mal eben schnell zum Supermarkt könne, um mit mir einkaufen zu gehen, weil sie ja immer noch unter behördlicher Quarantäne stand. Auch haben wir weiterhin ihre Temperatur per Webformular gemeldet, lediglich die „interne Quarantäne“ hatten wir aufgehoben und so sind die drei Reiter der Apokalypse wieder zusammen durch die Wohnung gefegt.

Dienstag 22.12, 10:30 Uhr: Antwort vom Amt

Gegen 10:30 Uhr kam dann die Rückmeldung des Landratsamtes, dass die Quarantäne nun offiziell aufgehoben sei und uns fiel ein Stein von Herzen.

So stand zumindest ein Familienmitglied für 40 Stunden unter Quarantäne und meine Frau und ich sind in dieser Zeit mindestens um 2 Jahre gealtert, zum einen, weil wir uns echt den Kopf zerbrochen haben wie wir z.B. noch Dinge wie Einkauf etc. erledigt bekommen, wenn der Test positiv ausgefallen wäre (dann wären wir alle unter Quarantäne gestanden) und wie wir das ganze bis zum 1. Weihnachtsfeiertag überhaupt gestemmt bekommen. Klar Netflix is immer ne Option aber das will man dann auch nicht die ganze Zeit.

Was wir auch gelernt haben, man sollte sich vorzeitig Gedanken über so etwas machen. Wir hätten zwar ein paar Tage rumbekommen ohne Einkaufen etc. aber was machen wir mit dem Hund, der muss ja auch mal gelüftet werden. Da wir schon einige Zeit recht isoliert gelebt haben, war die Kontakte zu informieren das kleinste Problem. Auch beim Arzt nach einer Absage nachfragen was man denn tun könnte (Tipp: freundlich bleiben) hat geholfen. Selbstverständlich war ein wenig Glück dabei aber ich glaube schneller als es bei uns ging, kommt man wohl nicht aus der Quarantäne raus.

Passt also auf euch auf.

Mal wieder ohne Druck in die Tasten hauen

Mal wieder ohne Druck in die Tasten hauen

In den letzten Tagen Wochen Monaten fällt es mir echt schwer ungestört in die Tasten zu hauen, ich habe zwar viele Themen, zu denen ich gerne etwas schreiben würde, aber zum einen bin ich mir nie sicher, ob es jemand lesen will, mein Ziel ist es irgendwie zu informieren oder sogar zu unterhalten. Wenn ich mich selbst bespaßen will, schau ich mir einen guten Film an und schreibe nichts in dieses Internet, in dem jeder eine Meinung hat.

Ich hatte irgendwann einmal den Plan mit der Bloggerei etwas Geld zu verdienen, das habe ich mir zwischenzeitlich mal so richtig aus der Rübe geprügelt, die Zeiten in der man damit gutes Geld mit fairen Mitteln verdienen kann sind um. Ich hätte dazu wahrscheinlich viel früher dranbleiben sollen, es hat eigentlich alles recht gut angefangen aber dann kam wie sooft das „Leben“ dazwischen. Ich habe riesen Respekt vor Caschy oder auch dem Shopblogger, die ich selbst gefühlt schon ewig lese und verfolge. Sie sind einfach bei der Sache geblieben und haben ihr Dinge gemacht, ohne sich verbiegen zu lassen oder die Leute mit Clickbait oder unendlicher Werbung zu verärgern, sie sind beide für mich eine Konstante.

Auf der anderen Seite gibt es Seiten die über die ganzen Jahre tief in meinen Augen gesunken sind. Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind Giga oder Chip, beides waren für mich einmal Institutionen, die es aber über die ganzen Jahre nicht geschafft ihrer Linie treu zu bleiben oder ihre Kompetenz nicht schnell genug monetarisieren konnten. Heute besuche ich diese Seiten kaum noch, im Gegenteil: Ich rege mich jedes Mal auf, wenn eine dieser Seiten irgendwo auftaucht. Der Lack ist ab und die Seiten existieren nur noch, um möglichst viel Geld abzuschöpfen, solange es noch geht. Das habe ich einmal anderes erlebt. Auch gibt es viele Seiten dich ich damals regelmäßig besucht habe gar nicht mehr – kennt irgendjemand noch rotten.com (Achtung, nichts für schwache Nerven!), oder die Zeit als golem.de noch gnn.de war?

Ev. liegt es ja an mir, und ich bin mittlerweile einer dieser „alten Dinosaurier“ an die man denkt, wenn man an klassische Verlage denkt, aber das Spiel, das momentan gespielt wird, kotzt aktuell mehr an als es eigentlich sollte. Ich kann euch nicht sagen was es ist, ich versteh ja die Mechaniken und Techniken, die dahinter stecken, finde aber, dass diese von einigen Zeitgenossen zu sehr ausgelegt werden. Das Internet in einer Art „Goldgräberstimmung“ aber die Werkzeuge sind nicht mehr Hacke und Schaufel, sondern Traffic und Klicks. Ob ich dieses Spiel mitspielen will? Ja, will ich aber auf einer fairen Ebene ohne meine Leser um jeden Klick oder jedes Like anbetteln zu müssen. Ich spamme die Leser nicht mit Werbung zu und im Gegenzug erwarte ich, dass man diese Fairness auch mit einem Kommentar belohnt oder mal einen Beitrag von mir teilt. Geben und nehmen, die Kohle habe ich mir wie bereits erwähnt aus dem Kopf geschlagen. Ich versuch das ganze i.d.R. über Affiliate Links reinzubekommen oder entsprechend gekennzeichnete Beiträge. Aus meiner Sicht ist das alles meinen Lesern gegenüber transparent.

In den letzten Wochen habe ich viel über meine Einstellung zu diesem Thema nachgedacht und ich will auch weiterhin nicht dieses Klick-mich, Like-mich-Spiel mitspielen, da es mir einfach zu dumm ist. Es bleibt erstmal alles wie es ist und ich bin aus dem Tal des Grübelns raus und haue wieder in die Tasten. Würde mich freuen, wenn es euch auch weiterhin gefällt.

I´m a freak, i´m a weirdo

I´m a freak, i´m a weirdo

Gefühlt eine Ewigkeit ist es her, dass ich mich „normal“ gefühlt habe. Angefangen hat alles das es um eine „neue Art der Grippe“ ging und was daraus geworden ist, wissen wir ja. Mein Leben ist dadurch komplett aus den Fugen geraten, mehr als es mir lieb ist. Dazu muss man allerdings wissen, dass ich noch nie ein „einfacher Mensch“ war und auch vor jetzt fast 10 Jahren in psychologischer Behandlung war.

Aktuell bin ich wieder kurz vor diesem Punkt und mir ist alles zu viel. Viel zu viel. Seit damals hat sich einiges geändert, ich bin Vater von 3 Kids, war 4 Jahre selbstständig (ja war) und hab mich immer mit Unwegsamkeiten arrangiert bzw. mir für gewisse Situationen Regeln erstellt. Für mich war das eine Art Schutz um nicht mehr in diese Abgründe zu geraten in denen ich mich vor 10 Jahren befunden haben. Es war schlimm und das wollte ich nie mehr bekommen, aber aktuell sitze ich in einem Führerlosen Auto, dass mich genau wieder in diese Situation zu führen schient.

Kopfüber in die Nacht

Ich kann aktuell nicht ins Lenkrad greifen und selbst die Führung übernehmen, es fühlt sich an als ob ich ferngesteuert werde. Ich muss mich nicht nur um mich kümmern, sondern auch um meine Frau und meine Kinder. Das hat in den letzten 5-6 Monaten fast meine ganze Kraft genommen und andere Dinge blieben dafür auf der Strecke, was mich zusätzlich noch einmal hindert „normal“ weiterzumachen. Mein erster Rettungsanker war, dass ich aus meiner 100%igen Selbstständigkeit raus bin und in eine Teilzeitstelle geflüchtet bin, um weiterhin Geld zu verdienen. Ich wollte keine staatliche Hilfe, ich wollte es selbst schaffen, so wie ich es schon immer selbst geschafft habe. Leider habe ich in diesem Punkt versagt, egal wie schön ich es mir und anderen geredet habe. Ich habe einfach einen Teil von mir aufgegeben. Ebenso habe ich nach wieder angefangen zu rauchen. 3 Monate bevor es so richtig rund ging hatte ich es geschafft von den Kippen wegzukommen und als die Probleme zu viel wurden, habe ich wieder damit angefangen in alte Muster zu verfallen. Wie dumm kann man eigentlich sein?

Zu Beginn habe ich das noch alles weggelacht und gute Miene zum bösen Spiel gemacht und noch eine Schippe draufgelegt, um ja nicht zu scheitern, doch langsam sind die Kohlen alle verpufft und ich treibe nur noch von einer Baustelle zur anderen, der Druck ist vom Kessel. Ich funktioniere nur noch, reagiere aber agiere nicht mehr. Der Weg in die Depression kann auch mit schönen Tapeten geschmückt sein, wenn man sich das einredet, aber am Ende ist man genau dort: am Ende. Da ich kein Münchhausen bin, der sich selbst aus dem Dreck ziehen kann ist es ein harter Kampf gegen die eigenen Dämonen, um nicht in der kompletten Dunkelheit zu verschwinden. Die größte Herausforderung dabei ist sich nicht selbst aufzugeben, weil man ja gerade kürzlich mehrfach versagt hat und alles keinen Sinn mehr macht. Weglaufen? Suizid? Alles keine Optionen, da ich mich meiner Familie verpflichtet fühle und jeden Schaden von Ihnen fernhalten will.

Ich habe den Weg eingeschlagen mich einfach nicht mehr bei bestimmten Personen zu melden, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Ist auch eine Möglichkeit, aber eine schlechte. Die Probleme gehen davon auch nicht weg und man verliert die Person, so hab ich damals meinen kompletten Freundeskreis verloren und bis heute auch nicht wieder aufgebaut bekommen und dabei rede ich von Menschen, die mich schon Jahre kannten oder gar mit mir verwandt sind. (Seit einem Streit mit meinem Bruder rede ich z.B. seit nun fast 9 Jahren nicht mehr mit ihm) – soziale Kontakte = 0 und diese „Internetbekanntschaften“ sind stellenweise zu oberflächlich um sich mal so richtig bei 1-alle Bier auszukotzen.

Jedes Versagen bietet eine neue Chance

So oder so ähnlich hört man es immer wieder, aber gilt das auch in der aktuellen Situation in der ich noch nicht einmal weiß, ob ich kommende Woche noch vor die Tür kann, ob meine Kids in die Schule / Kindergarten können. Wenn die Kinder daheim sind, wie mache ich das mit dem Homeschooling, schaffe ich es dann noch rechtzeitig meine Arbeit abzuliefern? Versteht es mein Chef? Was wird aus dem Projekt xyz? So viele unbekannte Variablen, so viele Varianten von „What if…“ ich kann es nicht planen, ich kann nur reagieren und weiter gegen meine Dämonen kämpfen. Energie sammeln, um das Steuer herumzureißen um nicht am dunklen Ende des Tunnels gegen eine Wand zu rasen. Das alles schlägt aufs Gemüt und so gibt es Tage, an denen ich nicht einmal richtig mit meiner Familie spreche, weil die Energie fehlt. Ich funktioniere dann. Chancen oder Ideen für einen Ausweg suche ich, aber meist fehlt mir dann auch die Kraft dafür, wenn ich dann einmal Zeit habe.

Zurück ins Licht

Ich möchte wieder zurück ins Licht, zurück in eine Welt in der ich mich wohlfühle. Der Weg ist hart und es wird noch einige Tage dauern bis ich wieder voll da bin, die ersten Schritte sind gemacht und in der Ferne, kann ich wohl auch schon einen Lichtpunkt sehen. Wie auch immer ich sag mal „es läuft“ wenn auch mit Babyschritten aber das ist doch auch einmal ein vorankommen. Man soll ja schließlich nicht alles schlechtreden, es könnte immer noch schlimmer sein.

Sicherlich werden sich einige Fragen warum ich das hier öffentlich mache. Zum einen gibt es immer mal wieder die Frage warum ich gerade „so“ bin, andere halten mich ev. echt für einen Freak und denken ich habe einen an der Waffel (ja, hab ich) zum anderen gibt es ev. Menschen denen es aktuell ebenso geht. Sie sollen sehen, dass sie nicht alleine damit sind und nicht der Sonderling der sich was einbildet. Wir sind alle Menschen, die einen können mit den verschiedenen Situationen besser umgehen und die anderen nehmen sich die Dinge dann doch etwas mehr zu Herzen als gut ist (eben so einer bin ich) und schlagen so den dunklen Pfad ein ohne zu wissen, warum und was gerade passiert. Es ist gerade echt viel was man verarbeiten muss und verschiedene Pläne bereit haben muss. In den Tag leben und schauen was morgen passiert funktioniert (für mich) in der aktuellen Situation so gar nicht. Zudem ist „schreiben“ mein Ventil um mal ein paar Gedanken loszuwerden – nicht nur hier, sondern auch klassisch in einem Notizbuch, das stellenweise aussieht wie das Mannifest eines satanischen Psychokillers.

Ich wünsche mir, dass ich bald aus diesem führerlosen Wagen rauskomme oder gar selbst das Steuer zu übernehmen, um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ich wünsche es mir nicht nur für mich, sondern auch meine Frau und meine Kids, damit sie schon bald wieder etwas mit mir anfangen können, denn so wie ich momentan bin, glaube ich eher eine Belastung zu sein als eine Hilfe.

300.000 Laptops und Tablets für Schüler … ab in die Tonne damit

300.000 Laptops und Tablets für Schüler … ab in die Tonne damit

Das Land Baden-Württemberg möchte 300 000 Laptops und Tablets für seine Schüler anschaffen. Diese sollen dann lt. Kultusministerin Susanne Eisenmann an die Schüler verliehen werden.

Insgesamt stehen für den Kauf der Geräte, Zubehör und Lehrerfortbildung 130 Millionen Euro zur Verfügung. 65 Millionen Euro kommen davon vom Bund und noch einmal die gleiche Summe vom Land.

So klingt die Nachricht, die heute durch das Netz ging. Wenn wir das einmal durchrechnen sind das nicht einmal 450 Euro pro Gerät. Dann sind allerdings noch keine Lehrer geschult, Zubehör bestellt oder die Infrastruktur bereitgestellt. Man kann also davon ausgehen, dass ein Tablet bzw. ein Laptop nicht mehr als 300 Euro kosten darf um einen Teil der Nebenkosten zu finanzieren.

Weiter ist es mit der Schulung bzw. dem Übergeben der Laptops an die Schüler noch lange nicht getan. Diese müssen ja zunächst einmal eingerichtet werden. Und das kann nicht zwingen der Hersteller machen, der sich über so einen großen Auftrag freuen dürfte, denn jede Schule hat seine eigenen Unterrichtsmaterialien, Netzwerkeinstellungen oder gar Anwendungen. Das behalten wir einmal im Hinterkopf und schauen uns die Infrastruktur in den Schulen an. Steckdosen um die Geräte mit Strom zu versorgen, 3-4 pro Klassenzimmer, Internetzugriff per WLAN in den Klassenzimmern? Eher nein, das kann man aber relativ schnell realisieren. Zentrale Speichermöglichkeiten auf einem Zentralen Server … brauch man ja dank „Cloud“ nicht, notfalls stellt man was beim Hausmeister ins Kabuff und gut ist.

Okay, mal angenommen die Infrastruktur IN der Schule ist vorhanden, wer kümmert sich um die Rechner? Wer administriert diese? Also als Daily Business, nicht gesammelt 1x im Monat alle defekten Rechner, denn nichts ist schlimmer als, wenn ein Kind mal nicht mitmachen kann, weil sein Rechner gerade nicht funktioniert. Mal angenommen das würde alles 1A funktionieren und die Schule hätte einen festangestellten Admin.

Was passiert, wenn der Rechner mittags bei den Hausaufgaben abraucht? Wer hilft den Eltern das Gerät ordentlich ins Netzwerk zu hängen? All diese Fragen sind noch ungeklärt und für meinen Geschmack aber sehr wichtig, dass es irgendwann einmal in irgendeiner Schule so etwas wie Unterricht am PC gibt.

Selbstverständlich kann es sein, dass das in weiterführenden Schulen etwas besser ist, aber in Grundschulen ist es aus meiner Sicht extrem wichtig genau diese Punkte abzuklären BEVOR man den Kindern einen Laptop in Aussicht stellt.

Für mich ist das Thema mal wieder an der falschen Stelle angepackt. Man sollte zunächst einmal dafür sorgen, dass die Schulen selbst fähig sind mit den Rechnern umzugehen und diese zu verwalten, einzurichten und administrieren und erst dann sollte man die Kinder vor den Rechner setzen.

Mich macht das ganze gerade extrem sauer, weil hier wieder einmal jemand nicht weit genug gedacht hat und denkt mit einem Laptop / Tablet für jedes Kind wäre das Problem gelöst. Ich glaube, wenn im Schuljahr 2020/2021 alle Kinder einen Laptop bekommen sollten, fangen die Probleme erst richtig an.

Was zum F*** stimmt mit euch nicht?

Was zum F*** stimmt mit euch nicht?

Manchmal glaube ich echt die Menschheit ist verloren, gerade ist wieder so ein Moment. Ich meine wir befinden uns gerade in einer (nachgewiesenen) Notsituation und da draußen gibt es Menschen, die nichts besser zu tun haben, als dies für ihre Zwecke zu nutzen. Ich rede nicht von den Abzockern die euch über den Tisch zeihen wollen, sondern von den kranken Menschen die euch (und auch mich) mit ihrer Gesinnung wohl in den Wahnsinn treiben wollen.

Ich möchte hier diese kruden Theorien nicht weiter ausbreiten, dazu geht mir dieser Mist zu sehr auf den Sack. Aber eins ist sicher, diese Menschen mit ihrer kranken Ideologie schaden uns allen. Entweder durch ihr Handeln selbst, oder die Menschen die sie mit ihrem Bullshit anstecken. Für mich ist es eine Pandemie der Idioten in der Pandemie.

Anfangs habe ich diese Schwurbler noch müde belächelt, aber die Häufigkeit, in der sie aktuell in meiner Filterblase auftauchen, macht mir, langsam aber sicher Angst. Ich versteh es nicht und will es auch gar nicht verstehen wie man sich so einen Schwachsinn zurechtlegen kann, es klingt einfach nur wie in einem schlecht gescripteten Film, der während Ausgangsbeschränkung mal eben zwischen den gehorteten Klopapierrollen bei einem Hefezopf zusammengeschrieben wurde. Ich meinen was muss man rauchen, um auf so krude Ideen zu kommen?

Auch das immer mehr Personen die mehr oder minder von öffentlichem Interesse sind entweder auf den Zug aufspringen oder gar beginnen so einen Mist zu verbreiten kann in der aktuellen Häufigkeit doch nicht normal sein. Liegt es daran, dass sie nur noch die zweite Geige spielen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich diese Einstellung nicht teilen werde, ich bin und bleibe Realist, der eher skeptisch ist, wenn er etwas hört und das dann auch noch einmal hinterfragt. Leider trifft das nicht auf Jeden zu und manch labile Person ist halt anfälliger für diesen geistigen Durchfall, wird davon angesteckt und verteilt es ebenfalls. Das ist eben wie eine Infektion funktioniert, nur handelt es sich hier nicht um eine virale Infektion, sondern eine Infektion mit Ideologie die ich nicht teile.

Ich kann nicht zu jedem dieser Schwurbler gehen und sie wie in einem Computerspiel niederstrecken – ich verteidige mich auf meine Art und Weise – ich bestrafe sie mit Ignoranz. Wenn man diesen Menschen den Nährboden nimmt, hilft das vielleicht den Schaden etwas zu begrenzen – so stelle ich mir das zumindest in meiner kleinen Welt vor, wobei sich meine kleine Welt in den letzten 8 Wochen auch radikal verändert hat.

War es vor dieser Zeit noch möglich Dinge spontan zu erledigen, ist es aktuell so, dass ich versuche alles mehr oder minder zu planen. Sei es der Einkauf oder ein einfacher Gang auf den Spielplatz mit den Kids. Aber auch das klappt nicht da ich nicht alle Variablen unter Kontrolle habe, sei es das Wetter oder die Laune eines der Kinder die mancher Planung einen Strich durch die Planung machen. Bei mehreren Kindern scheint sich das ganze dann noch einmal exponentiell zu erhöhen, sodass ich eigentlich immer am Nachjustieren bin. Das ganze geht mir aufs Gemüt, Rückschläge, wenn es mal ein Scheißtag war, steckt man anfangs noch weg, aber nicht, wenn diese überhandnehmen. Ich merke wie ich immer mehr in eine Art Lähmung verfalle, die mich handlungsunfähig macht und ich komme nicht mehr dagegen an.

Welche Konsequenzen ich daraus ziehe? Ich merke wie ich mich immer mehr zurückziehe, mehr grüble, stiller werde und mich immer mehr zurückziehe und das ist nicht gut so, da das auch auf meine Familie abfärbt. Manchmal glaube ich, echt es wäre besser gewesen und zu Beginn einzusperren und den Schlüssel im Schloss abzubrechen bis der ganze Mist unter Kontrolle ist. Dazu kommt auch noch die Belastung die man „mal eben so“ noch nebenbei hat, sei es im Job oder in der eigenen Familie.  Es sind momentan einfach zu viele Dinge die mich müde machen und Kaffee hilft da nicht mehr. Körperliche Müdigkeit bekommt man mit Schlaf in den Griff, aber geistige Müdigkeit eben nicht und es ist eben diese Art von Müdigkeit die mich gerade überkommt – jeden Tag ein wenig mehr, ganz langsam und schleichend. Wie eine Krankheit die sich langsam ausbreitet. Es ist schwierig und ich frage mich was passiert, wenn die Müdigkeit überhandnimmt.