Schon „immer“ in diesem Internet

Vor etwas mehr als 18 Jahren habe ich etwas gestartet (ursprünglich noch unter dieser Domain, aber auch nicht mein erster „Intenetseite„), das ursprünglich überhaupt nicht als „Projekt“ gedacht war: techkrams.de.

Damals – irgendwann 2008 – war ein Blog im Grunde nichts anderes als ein digitales Notizbuch. Ich habe über Gadgets geschrieben, über Technik, Spiele, Filme oder einfach über Dinge, die ich spannend fand. Keine Keyword-Analyse, kein SEO-Plugin. Einfach veröffentlichen und schauen, wer es liest.

Und erstaunlicherweise: Die Leute kamen.

Heute nennt man das „Digital Lifestyle Magazin“. Damals war es einfach nur ein Blog über Technik-Kram. Daher auch der Name.

Was viele heute gar nicht mehr wissen: Die Blogosphäre war damals eine völlig andere Welt.

Weniger Konkurrenz, mehr Persönlichkeit

Als techkrams.de startete, gab es zwar große Tech-Seiten, aber die Landschaft war deutlich überschaubarer. Viele Blogs waren Einzelprojekte oder kleine Teams. Man kannte sich untereinander, verlinkte sich gegenseitig und diskutierte in den Kommentaren.

Traffic kam aus drei Quellen:
RSS-Feeds, Blogrolls und Google.

Social Media spielte praktisch keine Rolle.

Heute konkurriert man nicht nur mit anderen Blogs. Man konkurriert mit YouTube, TikTok, großen Medienhäusern, Reddit-Threads und inzwischen auch mit KI-generierten Content-Farmen. Die Zahl der Inhalte ist explodiert.

Früher reichte ein guter Artikel. Heute muss er sichtbar sein.

Monetarisierung: Früher simpel, heute kompliziert

Auch das Thema Geld hat sich massiv verändert.

Die klassische Monetarisierung eines Blogs bestand damals aus zwei Dingen:
Google AdSense und ein paar Affiliate-Links.

Das funktionierte erstaunlich gut. Die Einnahmen waren zwar nie riesig, aber sie konnten Hosting, Hardware und manchmal sogar neue Gadgets finanzieren.

Heute ist das deutlich komplexer.

Werbung wird blockiert, Affiliate-Programme werden restriktiver, Algorithmen verändern ständig die Spielregeln. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Leser gestiegen: schnellere Inhalte, bessere Bilder, Videos, Social Media, Newsletter, Podcasts.

Der Aufwand ist heute ein Vielfaches dessen, was früher nötig war.

Content finden war früher einfacher

Eine der größten Veränderungen betrifft die Themen selbst.

Vor zehn bis fünfzehn Jahren gab es ständig echte technologische Sprünge. Neue Smartphones, neue Plattformen, neue Geräteklassen. Jede Woche passierte irgendetwas Spannendes.

Heute wirkt vieles wie Modellpflege.

Geräte werden minimal schneller, Kameras minimal besser, Software minimal schlauer. Wirklich disruptive Innovationen sind selten geworden. Das macht es schwieriger, Themen zu finden, die wirklich noch überraschen.

Ich habe irgendwann beschlossen, deshalb nicht jede News hinterherzulaufen, sondern nur noch über Dinge zu schreiben, die ich selbst interessant finde. ()

Und trotzdem existiert techkrams.de immer noch

Nach so vielen Jahren.

Nicht weil es ein Business-Case ist.
Sondern weil es Spaß macht.

Weil Technik immer noch fasziniert.
Weil Schreiben Gedanken sortiert.
Und weil das Internet immer noch Platz für persönliche Perspektiven hat.

Vielleicht ist genau das heute sogar wichtiger als früher.

Denn zwischen Algorithmen, AI-Content und SEO-Optimierung ist eines selten geworden: echte Stimmen.

Und genau dafür gibt es techkrams.de immer noch.

Manchmal reicht eben ein bisschen Tech-Kram.

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