Ich bin ein Mensch der eigentlich gerne die Dinge unter Kontrolle hat oder zumindest über die meisten Vorgänge in meinem Leben bescheid weiss. Doch eines ist immer endlich und das ist gleichzeitig auch mein größter Gegener.

Ich versuche meine mir zur verfügbar stehende Zeit so gut wie möglich zu nutzen und zu planen, selbstverständlich gibt es auch unbekannte die ich plane und entsprechend Puffer einplane. Allerdings wird die Zeit dadurch nicht mehr. Sie ist und bleibt endlich, so dass es immer wieder vorkommt, dass ich Dinge die mir augenscheinlich wichtig sind hinten anstelle. Ich nenne das ganze liebevoll meinen „Pile of Shame“. Mit der Geburt meines ersten Kindes hat das ganze aber einen Wandel genommen, aus meiner „Ich-Zeit“ wurde eine „Wir-Zeit“, nach der Geburt des zweiten Kindes nahm diese „Wir-Zeit“ immer mehr Raum ein und nach dem dritten Kind wurde die „Ich-Zeit“ fast komplett verdrängt.

Machen wir uns nichts vor, Zeit kann man nicht teilen. Bensonders nicht die Zeit die man mit seinen eigenen Kindern verbringen kann und man will natürlich auch keines der Kinder vernachlässigen. Im gegenteil man vernachlässigt die „Ich-Zeit“ und Projekte oder Dinge die einem eigentlich am Herzen liegen. Das schlimmste ist, man kann nie sicher sein wieviel Zeit man insgesammt noch über hat, morgen kann sie schon aufgebraucht sein.

In meinem Fall wächst etwas, nämlich der Pile of Shame und das schlechte Gewissen das ich mir damit selbst verursache. Ich für meine Person kann allerdings sagen, dass ich diesen Tritt in den Arsch auf der einen Seite brauche er mich aber auf der anderen Seite auch belastet – Zwickmühle? Wenn dann noch unerwartete Dinge auf einen zukommen die mehr Kraft brauchen als man eigentlich hat, geht es schnell ans eingemachte und der „Normalbetrieb“ kommt zum Stillstand, so wie gerade, denn für seine Familie ist man immer da, egal welche ToDos auf irgendeinem Zettel stehen, die eigenen Probleme treten in den Hintergrund und werden klitzeklein.

Keine Panik es geht um nichts lebensbedrohliches oder so sondern nur um unvorhergesehenes das sehr viel Zeit benötigt um gelöst zu werden, bzw. Informationen von Dritten müssen gefiltert und analysiert werden da man keine falsche Entscheidung treffen möchte. Dies alles braucht Zeit und daher bin ich aktuell mehr im Reaktionsmodus als im Aktionsmodus. Zeit sinnvoll (und bei 3 Kids auch noch fair) zu nutzen ist ein hartes Stück Arbeit, die niemand entlohnt. Ich kämpfe somit gegen einen Endgegener, gegen den ich eigenlich keine Chance habe, wie ein Lvl 1 Char der den Endboss gegenübersteht. Zeit richtig und fair nutzen, Prioritäten setzen und sich nicht runterziehen lassen.

Puh, wirre Gedanken – aber sowas kommt raus, wenn ich 5min Zeit habe und irgendwie was rauslassen will. Also nutzt eure Zeit die euch bleibt.